2020 / what a lovely day

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MAROKKO MIT KINDERN - ERG CHEBBI

18.1.20

ERG CHEBBI // KAMELE // WÜSTE // STERNE // UND GANZ VIEL KÄLTE
Der Plan war in den Weihnachtsferien 10 Tage Marokko. Weihnachten in der Sahara übernachten - was für eine tolle Vorstellung. Für uns als Eltern ein unerfüllter Traum. Für die Kinder ein neues Abenteuer ohne Erwartungshaltung.

Geflogen sind wir von Wien bis Agadir. Flugzeit 4 Stunden. Mit Kindern eine gut überbrückbare Zeit. Von Agadir ging es mit dem Mietwagen Richtung Erg Chebbi. Laut Google Maps 650 km. Mit dem Auto 9 Stunden Fahrtzeit und das ohne Pausen. Und es stimmt. Mit Kindern sollte man unbedingt 2 oder 3 Tage für die Strecke einplanen. Je nachdem was ihr euch anschauen wollt.

In Marokko haben Entfernungen andere Dimensionen. Es gibt keine Autobahn in die Wüste, dass ist schon mal das Erste. Auf  der Schnellstraße gibt es eine Richtgeschwindigkeit von 100 km pro Stunde. Die Fahrt geht von Agadir bis Merzouga durch viele Ortschaften. Es gibt immer wieder Geschwindigkeitsbegrenzungen und Serpentinen die rauf und wieder runter gehen. Aber alleine schon die Fahrt lohnt sich. Leuchtende Oasen, endlose Straßen und Mondlandschaften. Die Weite des Landes. Der Hohe Atlas. La Route des Kasbahs. Kamele die einfach aus dem Nichts über die Straße laufen. Die freundlichen Menschen. Das marokkanische Essen und der frische Pfefferminztee. Mehr Marokko geht nicht.

MERZOUGA ODER HASSILABIED

Wer in die Marokko in die Wüste will kommt um den Ort Merzouga nicht herum. Alle Touren in die Sahara starten von hier. Merzouga ist ein kleiner Wüstenort 30 km vor der Grenze zu Algerien, der komplett auf den Tourismus der Wüste Erg Chebbie ausgerichtet ist. Dorfleben kann man hier nicht erleben. Denn hier gibt es nur Unterkünfte für Touristen. Soviel sei schon mal gesagt - ihr solltet unbedingt eine Übernachtung am Rande der Wüste einplanen um wirklich anzukommen bevor es in die Sahara geht. Den Mietwagen und euer Gepäck könnt ihr dort auch parken wenn es am nächsten Tag in die Wüste geht.

Hassilabied ist die Alternative zu dem doch sehr touristischen Ort Merzouga. Hassilabied liegt 5 km nördlich von Merzouga. Es gibt Unterkünfte in verschiedenen Preiskategorien, mit Pool oder ohne. Es gibt ein paar Shops inklusive Dorfleben. Es ist ruhiger und überschaubarer wie in Merzouga. Und man wird nicht ständig angequatscht ob man eine Tour in die Wüste buchen will. Wir haben eine Nacht in Hassilabied am ruhigen Rande der Wüste der Sahara übernachtet. 

UNSER ABENTEUER HASSILABIED

Die erste Nacht am Rande der Wüste. In der Früh haben wir schon gespürt was es bedeutet nur am Rande der Wüste aufzuwachen. Es war richtig kalt und richtig dunkel. Nach dem Frühstück und den ersten wärmenden Sonnenstrahlen haben wir die Gegend zu Fuß erkundet. Der Ortskern von Hassilabied ist frisch asphaltiert. Man kann Sonnencreme, Tücher, Souvenirs - und zum Glück auch - Schokoladenkekse kaufen. Also eigentlich alles was das Familienherz begehrt. Hassilabied ist aber eigentlich typisch marrokanisch. Die Lehmhäuser und Straßen haben die gleichen Farben - ohne Asphalt. Dann und wann sieht man mal einen angebundenen Esel. Auch lachende Kinder kommen einem mit Schultaschen entgegen und sagen auf französisch Hallo. Typisch für diese Region sind auch die Berber mit ihren spitzen und langem Kapuzengewändern. Zu entdecken gibt es eine grüne Oase, eine großen Kamelparkplatz und die ersten Fotos mit Sanddünen im Hintergrund.

UNSER WÜSTENCAMP

Am Nachmittag sind wir dann mit NICETOURS im Sonnenuntergang in unser Wüstencamp geritten. Ein tolles Erlebnis. Unsere Erwartungen im Camp wurden mehr als übertroffen. Es war wirklich ein Sahara Camp Deluxe mit sehr viel Liebe zum Detail. Schönes Interior Design im Hauptzelt und in den Schlafzelten. Laternen. Ausgerollte Teppiche. Ein wunderschöner Lagerfeuerplatz. Aber nicht kitschig. Leckeres Essen und eine super Betreuung vor allem für die Kinder. Von den anderen Camps haben wir nichts mitbekommen und es gibt wirklich verdammt viele Camps in der Erg Chebbi. Es war so wie man es sich in seinen Träumen vorgestellt hat.


INSIDERTIPPS
MAROKKO - ERG CHEBBI MIT KINDERN


LIPPENPFLEGE

Unbedingt einen Labello einpacken oder einen anderen Fettstift eurer Wahl. Und das von Anfang an. Immer schön die Lippen einschmieren. Den Wind und die Sonne im Dezember haben ich wirklich unterschätzt. Wir hatten ziemlich schnell alle rissige und schmerzende Lippen. Also ich weiß wovon ich hier rede.

DIE WÜSTE MIT ALLEN SINNEN ERLEBEN

Der wohl feinste Sand der Welt. Der Sand in der Sahara ist wie feiner Puderzucker. An der Oberfläche warm und weich. Also Schuhe ausziehen und die Sanddünen rauf- und runterrennen. Hinunter springen oder rutschen. Den Sand wie Wasser durch die Hände gleiten lassen. Die nackten Füße in den Sand graben. Dazu das klare Blau des Himmels und die intensive Farbe des Sandes. Ein Sandberg türmt sich hinter dem nächsten auf. Wenn man die Freude der Kids ausblendet hört man nichts. Die Wüste ist einfach ein magischer Ort.

MARSHMALLOWS

Nach einem Kamelritt ins Wüstencamp und einem traditionellen marokkanischen Abendessen  kommt das nächste Highlight im Camp. Ein Lagerfeuer und ein atemberaubender Sternenhimmel untermalt mit traditioneller Trommelmusik und Blick auf die Milchstraße. Ein unvergesslicher Moment. Die Kinder finden es allerdings irgendwann nicht mehr so spannend. Mein Tipp nehmt eine Tüte Marshmallows mit. Damit wird das Erlebnis Wüste am Lagerfeuer für Kinder unvergesslich.   

MÜTZE - HAUBE - TURBAN - EINFACH EINE KOPFBEDECKUNG FÜR DIE NACHT

Es gibt einen guten Grund warum die Berber diese toll gewickelten Kopfbedeckungen tragen. Sie schützt tagsüber vor der sengenden Sonne und in der Früh vor der schleichenden Kälte. Die meiste Kälte geht ja bekanntlicher Weise über den Kopf verloren, obwohl wir schön eingekuschelt waren haben wir gespürt wie es ist, wenn man keine Kopfbedeckung hat. Die Kälte ist wirklich extrem, wir konnten beim Aufwachen unseren Atem sehen. Denn anders wie in Europa wird es in der Wüste erst in den Morgenstunden so richtig kalt. Und auch die Sonne lässt sich etwas mehr Zeit. Sonnenaufgang im Dezember ist so gegen 8.30 Uhr.

DIE BESTE REISEZEIT MIT KINDERN

Genauso extrem und komplementär wie der Farbkontrast in der Wüste ist sind auch die Temperaturen. Und das ist eigentlich das ganze Jahr über so. Im Sommer (Juli/August) erreicht das Thermostat Höchsttemperarturen über 40 Grad. In der Früh wacht man dann bei kühlen 12 Grad auf. Viele Camps bieten zu dieser Zeit überhaupt keine Touren an. Weil die Belastung für den Körper einfach zu extrem ist. Man sagt die beste Reisezeit ist im Frühling und im Herbst. Also Hauptsaison. Das bedeutet natürlich auch viele Touristen. Durchschnittlich kann man sagen, dass die Temperaturen immer um 20 Grad absinken egal ob Sommer oder Winter.




MEIN FAZIT

Zu Weihnachten ein Abenteuer in die Wüste von Marokko zu planen hat mit Kindern schon mal den Vorteil, dass viele Menschen Weihnachten feiern und oder die Zeit vor Neujahr bei ihren Familien verbringen. Somit gibt es bedeutend weniger Touristen in der Wüste als im Frühling oder im Herbst. Weihnachten ist in Marokko nicht mehr wirklich präsent, denn Marokko ist ein muslimisches Land. Die Religion war aber dennoch nicht so präsent wie ich es anderswo schon erlebt habe. Wir konnten uns also voll auf das Abenteuer Marokko einlassen. Die Wüste war nicht zu heiß - kalt war sie allerdings schon. Aber das gehört zur Wüste das ganze Jahr über einfach dazu und war auch ein Erlebnis. Marokko hat uns gefangen genommen mit seiner Freundlichkeit, der Weite und den Abenteuern die wir erlebt haben. Wir kommen wieder, denn es gibt noch so vieles zu entdecken. Und natürlich haben wir auch was gelernt. In Marokko gibt es nämlich keine Kamele mit einem Höcker - das sind alles Dromedare.

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