Dezember 2015 / what a lovely day

SLIDER

SCHUH SCHUH

19.12.15

Es geht um die Liebe zu einem Schuh. Thomas ist im Job Anzugträger - er macht es gerne und fühlt sich auch wohl dabei. Es macht einen anderen Menschen aus einem. Man wird anders behandelt und bekommt mehr Respekt, als mit einer Jeans bekleidet zu sein. Aber dazu gehört auch ein gutes Paar Schuhe. Thomas trägt gerne seine schwarzen Budapester. Und diese schon seit 20 Jahren. Aber solche Schuhe bedürfen auch besonderer Pflege.

Heute waren wir in Gmunden in der Altstadt. In der Franz Carl Fellinger Gasse 6. Vor dem kleinen blauen Schuhatelier saß Gerd. Ein großer kräftiger Mann ende vierzig, eingepackt in eine dicke Weste und eine blaue Haube auf dem Kopf. Ein Topf schwarze Schuhcreme neben sich stehen, in der linken Hand einen schwarzen Herrenstiefel, die rechte Hand - schwarz von der Schuhcreme -  massiert er mit viel Gefühl die Creme in das Leder des Schuhs ein. Um ihn herum Lederschuhe und Werkzeug. Man taucht kurzfristig in eine unbekannte und faszinierende Welt ein. Man spürt Handwerk, Geschichte und die Liebe zu Schuhen.

Gerd liebt Schuhe und das schon sein ganzes Leben. Er stammt selbst aus einer Schuhmacherfamilie. Ein handgemachter Schuh ist für ihn eine Investition für's Leben. Er selber vertraut seit Jahren der ungarischen Handarbeit von Gyula Kiss. Nach dem Ableben von Meister Kiss widmet er sich verstärkt der Aufgabe den Bestand an Modellschuhen und nicht abgeholten Maßschuhen an Schuhliebhaber in die ganze Welt zu „vermitteln“.

Für mich war es sehr interessant, ich bin in eine Welt eingetaucht die mir fremd war. Aber es hat sich gut und ehrlich angefühlt. Handwerkliche Tradition hat immer einen gewissen Charme. Aber ein Schuh für's ganze Leben. Wer kennt das schon. Heute bestellen wir alle bei Zalando, gehen auf ein Schnäppchen in die Shopping Mall oder der Markenschuh muss her. Und wenn der Trend vorbei ist, muss der Schuh auch weichen. Erst mal weil er nicht mehr hipp ist oder weil er ausgelatscht ist. Auf der einen Seite finde ich es schade, dass das traditionelle Handwerk in unserer Gesellschaft immer weiter in den Hintergrund rückt. Und es sind nicht nur die Schuhe. Es gibt immer weniger Fleischhauer, Konditoreien... ihr wisst was ich meine. Aber trotzdem gibt es gewisse Dinge die ich nicht mein ganzes Leben haben will. Man muss halt einen guten Mittelweg für sich finden. Ich weiß auf jeden Fall, dass die Wurst beim Fleischhauer besser ist als im Supermarkt. Für 8 Euro kannst du deinem Schuh eine Wellnesskur geben und dabei in eine andere Welt eintauchen.

DAS FAZIT VON THOMAS:
1991 habe ich mir ein Paar Maßschuhe für damals umgerechnet 500 Euro gekauft - der eigentlich nicht wirklich gepasst hat. Die Schuhe die mir Gerd heute ans Herz gelegt hat, haben mir auf Anhieb gepasst. Interessanterweise auch ein Budapester in bordeuax, wie 1991. Ein Maßschuh sollte ja wie eine zweite Haut sein. Es geht nicht nur um die Länge des Fußes sondern noch viel mehr: das Gewicht, die Breite des Fußes, die Risthöhe und die Passform der Ferse. Einen handgefertigten Schuh inklusive der handgemachten Buchenholzspanner um 400 Euro. Im ersten Moment - viel Geld. Wenn jemand einen Schuh jeden Tag im Job trägt, sollte er komfortabel sein und passen. Es ist ein Schuh für's Leben, und wenn man die jahrelange Nutzung in Betracht zieht, ist es ein super Preis-Leistungsverhältnis.

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DIY - EIN LINEAL FÜR MIA UND LUIS

14.12.15

Mia liegt mir jeden Tag in den Ohren... Mami wie groß bin ich schon. Im Kindergarten gibt es eine Messlatte und Mia und Luis müssen sich immer messen. Die erste Frage die von Mia kommt: Und... Mami... bin ich schon wieder gewachsen? Zuhause gibt es nichts wo wir uns messen können, außer einen Zollstock. Im Netzt gibt es nur Messlatten mit Giraffen, Eulen, bunten Buchstaben... zum kleben oder aus Holz - hmm - aber eigentlich gefällt mir die Optik vom Zollstock schon ganz gut. Ohne viel Schnick Schnack nur ein großes Lineal.

UND SO HABE ICH ES GEMACHT:

Im Baumarkt habe in den Resten vom Zuschnitt ein Stück Holz gefunden das lang und breit genug war. Die Latte habe ich mir auf 185 cm mal 10 cm zuschneiden lassen. Du kannst Sperrholz oder Lärche nehmen und das ganze natürlich höher und breiter zuschneiden lassen. So wie es am besten in das Kinderzimmer passt. Für die Befestigung zwei Löcher vorbohren - oben und unten. Dann das Brett weiß streichen. Damit die Farbe schön deckt muss man zweimal drüber streichen. Mit dem Pinsel bekommt es eine schöne Vintage-Struktur. Es muss also nicht perfekt aussehen. Nach dem trocknen der Farbe, mit Hilfe des Zollstocks in 5 cm Schritten die Maßstriche mit einem Bleistift anzeichnen. Bei 25 cm Schritten jeweils einen längeren Strich anzeichnen.
Die Zahlen habe ich mir selber gesetzt und ausgedruckt. Du kannst jede Schrift nehmen die dir auf dem Computer zur Verfügung steht und dir gefällt. Du brauchst folgende Zahlen zum ausmalen: 0 - 1 - 2 - 5 - 7. Die Zahlen ausdrucken und ausschneiden - mit einer Nagelschere geht es perfekt. Die Zahlen mit dem Bleistift auf das Brett übertragen. Mit dem schwarzen Stift die Zahlen und die Maßstriche ausmalen. Das hat mir voll Spaß gemacht und hat mich an meinen Typographie-Unterricht erinnert. Mit einem Klarlack kann man das Lineal noch streichen und versiegeln. Nun das Lineal an der gewünschten Stelle im Zimmer anschrauben... und fertig!

DU BRAUCHST:

1 Holzlatte aus dem Baumarkt, 185cm  x 10cm // weiße Dispersionsfarbe // 1 Pinsel 30 mm breit // 1 Bleistift // Zollstock // Wasserfester schwarzer Stift // 2 Dübel und 2 Schrauben




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VORFREUDE...

12.12.15

Es ist Mitte Dezember, es sind nicht mehr viele Tage bis Weihnachten. Ein Thema das mich gerade sehr beschäftigt. Auf Instagram hab ich all diese tollen selbstgemachten Adventskalender gesehen. Die alle schön und inspirierend waren. Aber auf der anderen Seite habe ich mir gedacht. Worum geht es denn jetzt... die Vorfreude... Ich bin ja grundsätzlich auch kein Freund von Schokoladen-Adventskalendern, aber dieses Jahr ist es sich leider mit einer großen Bastelaktion für zwei Kinder inklusive Inhalt nicht ausgegangen. Und dann denke ich mir. Ok... zwei Kinder mit Packerln... das sind 48 Packerl... 48 Überraschungen... Puh was gibt es denn dann vom Christkind... vielleicht ein echtes Pferd inklusive Koppel. Wie soll man den Adventkalender mit diesen tollen Überraschungen den toppen und dann noch mal zwei.

Für mich hat das nichts mehr mit Vorfreude auf Weihnachten zu tun. Keine Besinnlichkeit... keinen Blick auf die kleinen Dinge. Ich habe mich für einen einfachen Schokoladen-Adventskalender entschieden... aus der Not... aber die Not macht die Tugend. So bekommen meine Kinder jeden Tag nur ein kleines Stück Schokolade und ein lustiges farbiges Bild. Und die beiden finden es es toll - und lassen sich jeden morgen von einem neuen Bild überraschen. Denn zu Weihnachten soll ja dann unter dem Christbaum ein tolles Geschenk zum auspacken liegen. Der Dezember sollte nicht der Monat sein in dem man jeden Tag ein tolles Geschenk bekommt - unsere Kinder bekommen eh so viel - und am 24. noch ein viel besseres Geschenk. Es sollte ein Monat der Vorfreude sein -  im Sinne von den kleinen Dingen.

Ich weiß wir leben in einer Konsumgesellschaft... und seit 8 Wochen werden wir täglich bombadiert mit dem Weihnachtswahnsinn. Und ich hab mich auch eine kurze Zeit davon gefangen nehmen lassen. Die Werbung, die jeden Tag ins Haus flattert, schau ich schon gar nicht mehr an, ab in die Tonne damit. Für mich ist es wichtiger mit meinen Mäusen untern dem geschmückten Christbaum zu sitzen und sie wissen: OK, wir haben jetzt jeden Tag ein kleines Stück Schokolade bekommen und ein Überraschungsbild, aber an Weihnachten kommt das Beste, diese Vorfreude, die größte Überraschung - ein Geschenk mit Mascherln zum auspacken und dann noch vom Weihnachtsmann oder Christkind... wie auch immer. Und genau so soll es sein. Eine tolle Überraschung. Mia's größter Wunsch wäre eine Katze. Und Luis wäre glücklich mit einer Parkgarage. Die habe ich eh schon auf Amazon entdeckt. Mit der Katze wäre eine Überlegung, jetzt wo unsere Katze Bommel gerade 1 Jahr verstorben ist. Da muss ich dann noch mit Papi drüber reden.

Ein etwas anderer Adventskalender. Eine tolle Inspiration für mich war meine Freundin Andrea, die hatte die Idee nächstes Jahr zur Weihnachtszeit einen Adventskalender zu machen: Wo man Zeit verschenkt. Toll. Mama-Kind-Zeit. vielleicht ohne das Geschwisterkind. Mal schauen was ich nächstes Jahr mache.

Eine schöne Adventszeit. Steffi



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DIY - GEBURTSBAND

8.12.15

Geburtsbänder. Jede Mami, die ein Kind auf die Welt gebracht hat, hat sie, die Geburtsbänder aus dem Krankenhaus. Das Erkennungszeichen für das Krankenhaus - dieses Baby gehört zu dieser Mutter - und es ist ein Mädchen also rosa oder blau für einen Jungen. Im Krankenhaus ist es den beiden immer vom Arm gerutscht, weil das Ärmchen noch so klein war. Zuhause habe ich es wie einen Schatz in eine Kiste gegeben. Aber was bringt es, wenn der Schatz in einer Kiste liegt. Was habt ihr damit gemacht? Ich bin jetzt nicht die Mami die Fotoalben anlegt. Mia und Luis bekommen irgendwann eine Schatzkiste von ihrem ersten Jahr, mit Schnuller, Zahnkette, Lieblingsspielzeug und vielen Fotos. Also habe ich mir überlegt die Geburtsbänder sollen einen Platz in unserem Leben bekommen, genau wie Mia und Luis sollen sie präsent sein. Jetzt wo Mia und Luis schon mit Pinsel und Farbe umgehen können haben wir ein kleines Bastelprojekt daraus gemacht. Das Projekt hat einen tollen Platz bei uns gefunden - wer unsere Wohnung betritt sieht als erstes die beiden Bilder.


UND SO HABE ICH ES GEMACHT:

Erst musste Mia ran. Pinsel in Wasser getaucht schwarze Farbe aufnehmen und ran ans krickeln. Am besten das ganze Blatt bemalen lassen, dann kann man sich später einen schönen Ausschnitt rausschneiden. Luis durfte als Kontrast tupfen und es ist toll geworden. Das Bild habe ich auf 18 cm x 13 cm im Querformat ausgeschnitten, damit es im Rahmen nicht hin und her rutscht. Das Geburtsband habe ich mein einem Klebestreifen befestigt. Den Namen mit den Buchstaben da hinkleben wo es einem am Besten gefällt. Das gilt natürlich auch für die Bilder der kleinen Künstler.

DU BRAUCHST:

1 RIBBA Bilderrahmen mit Passepartout Größe 13x18cm// 1 Pinsel // schwarze Wasserfarbe // DIN A3 Bögen Malpapier // Klebeband // Klebebuchstaben


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